Aline und Valcour
Ein Briefroman der Aufklärung über Zwangsheirat, Tyranneikritik, utopische Inseln und moralische Standhaftigkeit
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Zusatztext
Aline und Valcour (1795) ist ein groß angelegter Briefroman, in dem die unglückliche Liebe zweier junger Menschen mit philosophischer Weltkritik verschränkt wird. Hinter der empfindsamen Handlung um Zwang, väterliche Gewalt und moralische Standhaftigkeit entfaltet Sade ein Panorama der Aufklärung: Reiseberichte, utopische Entwürfe und politische Gegenbilder stehen neben psychologischer Analyse. Besonders die Kontraste zwischen dem tugendhaften Tamoé und dem despotischen Butua machen den Roman zu einem Laboratorium moralischer und gesellschaftlicher Ordnungen. Marquis de Sade, Aristokrat, Skandalautor und langjähriger Gefangener des Ancien Régime wie der Revolution, schrieb aus einer Erfahrung extremer sozialer und institutioneller Kontrolle heraus. Seine Auseinandersetzung mit Freiheit, Naturrecht, Sexualmoral und Macht ist hier weniger provokativ zugespitzt als in anderen Werken, doch unverkennbar radikal. Die Haft, die Lektüre aufklärerischer Philosophie und die Umbrüche der Revolutionszeit prägten den gedanklichen Horizont dieses Romans. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Sade nicht nur als Autor des Exzesses, sondern als scharfsinnigen politischen Denker kennenlernen möchten. Aline und Valcour bietet eine anspruchsvolle Verbindung von Gefühl, Satire und Staatsphilosophie und bleibt ein Schlüsseltext zum Verständnis der dunklen Dialektik der Aufklärung.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 228 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028395834
Umbreit-Nr.: 7117284
