St. Irvyne
Gotische Schauerromantik um Rosenkreuzer, Alchemie, verbotene Begierde und den Traum vom Unsterblichkeitselixier
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Zusatztext
"St. Irvyne; or, The Rosicrucian" (1811) ist ein frühes gotisches Experiment, in dem Verbrechen, Verführung, Alchemie und der Traum von Unsterblichkeit ineinandergreifen. Die Handlung verbindet die düstere Geschichte des Räubers Wolfstein und der leidenschaftlichen Megalena mit der rätselhaften Gestalt Ginotti, einem rosenkreuzerischen Sucher nach verbotener Erkenntnis. Stilistisch steht der Roman zwischen Schauerroman, melodramatischer Fragmentstruktur und philosophischer Spekulation; er verrät Einflüsse von Radcliffe, Lewis und Godwin, überschreitet deren Modelle jedoch durch seine fiebrige, bereits romantisch-rebellische Energie. Percy Bysshe Shelley, kaum achtzehnjährig bei der Veröffentlichung, schrieb das Buch in einer Phase intellektueller Selbstfindung. Seine frühe Faszination für Naturphilosophie, Atheismus, politische Unabhängigkeit und metaphysische Grenzerfahrungen prägt die Figuren, die gesellschaftliche Ordnung ebenso wie moralische Gewissheiten herausfordern. "St. Irvyne" wirkt daher weniger als ausgereifter Roman denn als Laboratorium jener Themen, die Shelley später dichterisch veredeln sollte. Empfohlen sei dieses Werk Lesern, die den jungen Shelley nicht nur als Lyriker, sondern als radikalen Erben und Erneuerer der Gothic Tradition entdecken möchten. Trotz erzählerischer Unebenheiten bietet der Roman einen aufschlussreichen Zugang zu romantischer Angst, Erkenntnisdrang und der gefährlichen Verlockung absoluter Freiheit.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 84 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028395896
Umbreit-Nr.: 7117255
