Jude im Dunkeln
Tragischer Realismus über Bildungshunger, Standesgrenzen und moralische Heuchelei im viktorianischen England
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Zusatztext
Jude im Dunkeln entfaltet die tragische Geschichte des Steinmetzen Jude Fawley, dessen Hunger nach Bildung, Liebe und sozialem Aufstieg an Klassenschranken, kirchlicher Moral und institutioneller Kälte zerbricht. In einer nüchtern präzisen, zugleich symbolisch verdichteten Prosa verbindet Hardy psychologische Beobachtung mit sozialkritischem Realismus. Der Roman steht am Ende des viktorianischen Zeitalters und demaskiert dessen Ideale von Ehe, Universität und Fortschritt als häufig gnadenlose Ordnungen. Thomas Hardy, 1840 in Dorset geboren und ursprünglich als Architekt ausgebildet, kannte die Spannung zwischen ländlicher Herkunft, intellektuellem Ehrgeiz und gesellschaftlicher Begrenzung aus eigener Erfahrung. Seine Wessex-Romane wurzeln in genauer Kenntnis regionaler Lebensformen, doch ihr Horizont ist philosophisch: Darwinismus, religiöser Zweifel und ein pessimistisches Geschichtsbild prägen seine Darstellung menschlicher Verletzlichkeit. Die heftige zeitgenössische Kritik an diesem Werk erklärt Hardys späteren Rückzug von der Romanform. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Literatur nicht als Trostformel, sondern als scharfsinnige Untersuchung sozialer Machtverhältnisse begreifen. Jude im Dunkeln ist ein herausfordernder, bewegender Roman, dessen Fragen nach Bildungsgerechtigkeit, sexueller Selbstbestimmung und moralischer Heuchelei bis heute erstaunlich modern wirken.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 268 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028396084
Umbreit-Nr.: 7117271
