Simson und Delila
Psychologische Novelle über verhängnisvolle Liebe, Machtspiele und moralische Konflikte im Fin de Siècle
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Zusatztext
Clara Viebigs Simson und Delila greift den biblischen Mythos von Stärke, Verführung und Verrat auf und überführt ihn in eine psychologisch geschärfte moderne Erzählform. Das Buch entfaltet weniger eine bloße Nacherzählung als eine Studie über Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern, über Begehren, Abhängigkeit und moralische Selbsttäuschung. In Viebigs charakteristischem, realistisch-naturalistischem Stil verbinden sich genaue Milieubeobachtung, dramatische Zuspitzung und ein feines Gespür für seelische Zwänge; literarisch steht der Text im Umfeld jener Jahrhundertwende-Prosa, die soziale Determination und individuelle Leidenschaft untrennbar zusammendenkt. Clara Viebig, 1860 in Trier geboren und später in Berlin literarisch erfolgreich, zählt zu den bedeutenden Erzählerinnen des deutschen Realismus und Naturalismus. Ihre Erfahrungen zwischen rheinisch-eiflerischer Herkunft, großstädtischer Moderne und weiblicher Autorschaft in einem männlich dominierten Literaturbetrieb schärften ihren Blick für Außenseiter, gesellschaftliche Rollen und die verborgenen Kosten bürgerlicher Moral. Diese Sensibilität prägt auch Simson und Delila. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die literarische Stoffe nicht als historische Reliquien, sondern als lebendige Modelle menschlicher Konflikte verstehen. Viebigs Erzählkunst macht den alten Mythos gegenwärtig: nüchtern, eindringlich und von bleibender analytischer Kraft.
Weitere Details
Erschienen: 12.08.2025
Umfang: 56 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028399801
Umbreit-Nr.: 7330398
