Michael
Ein Künstlerroman der dänischen Moderne über Pariser Ateliers, unerwiderte Liebe und queere Sehnsucht
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Zusatztext
Michael entfaltet die tragische Geschichte des gefeierten Malers Claude Zoret und seines jungen Modells, Adoptivsohns und bevorzugten Schützlings Michael, dessen Schönheit zunächst Quelle künstlerischer Erneuerung ist und später zum Zeichen unheilbarer Entfremdung wird. In knappen, szenisch verdichteten Tableaus schildert Bang eine Welt der Ateliers, Salons und diskreten Leidenschaften, in der Besitz, Kunst und Begehren ineinander übergehen. Der impressionistische StilAndeutung statt Erklärung, Blick statt Bekenntnisverankert den Roman im europäischen Fin de Siècle und macht ihn zugleich zu einem frühen, bemerkenswert subtilen Text über homoerotische Abhängigkeit, Alter und ästhetische Selbstopferung. Herman Bang (1857-1912), eine zentrale Figur des dänischen modernen Durchbruchs, schrieb aus der Perspektive eines gesellschaftlich hellsichtigen Außenseiters. Seine Erfahrungen als Journalist, Theatermann und rastlos reisender Beobachter schärften seinen Sinn für Gesten, Milieus und unausgesprochene Konflikte. Auch seine eigene prekäre Stellung als homosexueller Autor in einer normativen Kultur dürfte die melancholische Diskretion dieses Romans mitgeprägt haben. Empfohlen sei Michael Leserinnen und Lesern, die psychologische Prosa ohne Sentimentalität, kunsttheoretische Fragen und literarische Mehrdeutigkeit schätzen. Das Buch belohnt langsames Lesen: Hinter seiner eleganten Oberfläche liegt ein präzises Drama über Liebe, Dankbarkeit, Verrat und den Preis schöpferischer Hingabe.
Weitere Details
Erschienen: 12.08.2025
Umfang: 116 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028399931
Umbreit-Nr.: 7330484
