Die letzte Nacht
Spanisches Drama um Schuld, Ehre und Gewissensqual im bürgerlichen Melodram des 19. Jahrhunderts
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Zusatztext
Die letzte Nacht entfaltet, wie es der Titel programmatisch ankündigt, ein dramatisches Geschehen unter dem Druck einer unwiderruflichen Frist: In der Verdichtung einer einzigen Nacht treten Schuld, Ehre, Liebe und moralische Selbstprüfung in scharfen Gegensatz. Echegarays Stil verbindet spätromantische Leidenschaft mit der Konstruktion des bürgerlichen Problemdramas; pathetische Rede, mathematisch präzise Zuspitzung und effektvolle Enthüllung dienen nicht bloßer Sensation, sondern der Untersuchung seelischer und gesellschaftlicher Zwänge. Das Stück steht damit im Kontext des europäischen Melodrams und der spanischen Theatererneuerung des späten 19. Jahrhunderts. José Echegaray, 1832 in Madrid geboren, war nicht nur Dramatiker, sondern auch Mathematiker, Ingenieur, Ökonom und Politiker. Diese ungewöhnliche intellektuelle Doppelbegabung prägt sein Theater: Seine Konflikte sind emotional hoch gespannt, zugleich aber logisch konstruiert, fast wie Beweisführungen über menschliches Handeln. Als erster spanischer Literaturnobelpreisträger von 1904 schrieb er in einer Zeit politischer Umbrüche und moralischer Neuverhandlungen, die seine Figuren sichtbar bedrängen. Empfohlen sei Die letzte Nacht Lesern, die psychologisch aufgeladenes Theater, rhetorische Intensität und historische Dramatik schätzen. Das Werk belohnt besonders jene, die hinter der melodramatischen Oberfläche eine ernsthafte Reflexion über Verantwortung, Entscheidung und die tragische Macht gesellschaftlicher Normen suchen.
Weitere Details
Erschienen: 24.12.2025
Umfang: 188 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028512910
Umbreit-Nr.: 8908800
